Sonntag, 26. Oktober 2008

Teil 3: Love Lok- Down/ Metal Gear Prolet


Ich glaub, ich wäre nicht für Gruppensex gemacht. Das hat nichts mit dem berühmten Penisneid zu tun, der schon viele Männer an den Rand der persönlichen Belastbarkeit gedrängt hat. Auch nicht damit, dass ich mich als prüde oder verklemmt einstufen würde. Ich bin schließlich mit dem Internet aufgewachsen. Viel mehr hätte ich einfach Angst, beim wilden Geschlechtsakt mit einer Frau und einem anderen Mann (so genannte Doppelpenetration) den Penis meines Mitstreiters zu berühren. Ich will einfach nicht Eichel an Eichel im Mund einer Frau hängen. Und dann noch möglicherweise mein Ejakulat auf dem Penisköpfchen des anderen platzieren - oder gar selbst angespritzt werden. Das gehört da nicht hin. Das sind Dinge, die mir Angst machen.

Als ich am Donnerstag von der Probe nach Hause kam, hörte ich meine Mutter schon von draußen durch die Haustüre lachen. Sowas macht mir Angst. Warum lacht die? Hat die ihren Neuen an ein Andreaskreuz gebunden und lässt den gerad Eigenurin trinken? Wird es doch einen zweiten Teil von “2 Girls, 1 Cup” geben? Tapsend laufe ich nach oben. Das Lachen kommt aus dem Wohnzimmer. Na Gott sei dank. Da ist die Decke für ein Andreaskreuz zu niedrig. Das Licht des Flatscreens reflektiert am Putz des Treppenhauses.
“Warum lachst du so?” Tränenüberströmt und unter tosendem Beifall schreit sie die Worte “VERLIEBT” und “LOK” in die Leere des Wohnzimmers, um dann wieder mit dem Kopf im blauen Leder der Couch zu versinken - ihr Lachen erstickt. “Noch mal bitte.” “DER TYP DA IST IN EINE DAMPFLOK VERLIEBT!” Ihr Zeigefinger geht Richtung Bildschirm, wo sich gerade eine Mischung aus Dirk Bach und Sloth in einem Museum der Deutschen Bahn mit fröhlichen Silberblick in die Hose greift. Ich setze mich.

“Rene (43) ist objektophil, das heißt, Rene erlangt sexuelle Befriedigung durch einen Gegenstand. In diesem Fall ist es die Lok 24. Im Museum für….” RTL2 mal wieder. Die haben schon immer verstanden, wie man die Deutschen bei Laune hält. Fickende Nazis im Big Brother Haus, koksende Superstars die ihre Kinder verkaufen, Lizenzrechte am Gina Lisa Porno und alle Folgen Yo-Ghi-Yo - RTL2 hat ein Händchen dafür, die unterste Schiene noch tiefer zu legen und ein wahre Sammlung von “Deutschlands erfolgloseste Hartz 4 Empfänger” vorzulegen. Ich glaube, RTL2 züchtet sogar eigenhändig soziale Brennpunkte, ähnlich wie Xavier Naidoo Kokainbäume oder Taff neureiche Prinzen- Arschlöcher. Reichs Raicki soll sich ficken, ich bin Metal Gear Prolet.

Da steht er nun, Rene. 43 Jahre alt, 1,65m groß, natürlich arbeitslos, Silberblick, (im organischen Sinne) Jungfrau und das Zimmer voller Lokomotivenposter. Ja, liebe Leser, es gibt einen Absatzmarkt für Lokomotivenposter. Das heißt auch, es gibt Leute, die den Auftrag haben, Lokomotivbilder zu fotografieren - also ein Loko- Motiv (Tusch!). Jetzt fragt man sich natürlich, wer von diesen drei Position der Dümmste ist: Der, der es fotografieren muss? Da gibt es Millionen von Frauen auf der Welt, die für einen 10€ Douglas Gutschein und eine George Clooney Munddusche die Brüste aus dem Dekolte hängen und gleichzeitig mit Zeige- und Mittelfinger einen kleinen Blick auf die kindlich rasierte Wurfstation gewähren - und was muss er Fotografien? Eine Lok. Bestimmt immer noch ansprechender als Hella von Sinnen, aber trotzdem - eine Lok.
Oder ist der Hersteller der Dumme - “Guten Tag, mein Name ist Roland Drehscheibe, ich möchte gerne eine Firma eröffnen, die sich auf die Herstellung von Lokomotivenpostern konzentriert, eröffnen. Kann ich einen Kredit über 200.000 Euro haben? Oh Danke, Lehman Brothers!”
Nein, ich glaube, es ist dann doch der Endkonsument. “Hallo, ich suche schon die ganze Zeit ein Poster mit einer Lok. Haben sie so etwas?” “Natürlich.” Eventuell ist es sogar die Kombo aus Verkäufer und Käufer - aber der letzte Schritt ist eindeutig der dämlichste. Weil hier wird kein Geld verdient, sondern ausgegeben.

Rene sucht also schon seit längerem die Lok 24. Lok 24 ist seine große Liebe, sein selbst betiteltes “Sahneschnittchen”, denn Lok 24 hat “so schöne große Ohren“. Doch Lok 24 wurde zur Renovierung irgendwo in irgendein Lager gebracht, wo sie, ähnlich wie Brigitte Nielsen, noch einmal richtig aufgebrezelt wird. Schließlich ist die Gute ja auch schon knapp 100 Jahre alt (auch wie Brigitte Nielsen… an dieser Stelle möchte ich auch unpassender Weise mal anmerken, dass die Kussszenen von Flava Flav und ihr in ”Strange Love” immer aussahen, als hätten sich zwei sehr dumme Dinosaurier geküsst).

Also kurz gefasst: Rene ist verzweifelt, weil die Lok nicht auffindbar ist. Naja, so ein knapp 30 Meter großes, 100 Tonnen schweres Ding kann auch mal schnell verschwinden. Schließlich hab ich meine Mutter auch schon mal gesucht (Tusch Tusch).

Der (leicht dümmliche) Rene ist zwar nicht gerade die hellste Birne am Leuchter, hat sich aber, ähnlich wie sich alleinreisende Geschäftsmänner die Vagina ihrer Frauen/Freundinnen in Silikon nachgießen lassen, einen handlichen Nachbau seiner Geliebten zusammenschustern lassen. Der knapp ein Meter lange, 50 cm hohe Metallnachbau von Lok 24 schmeckt zwar nicht so gut beim Küssen wie das Original, geht aber wenigstens mit unter die kuschelige Decke. So leckt, küsst und masturbiert sich Rene in einer wilden Orgie mit sich selber durch die Nacht - so wild, dass am nächsten Morgen die Räder fehlen. Auch an der Lok. Lachend erklärt er im lispelnden Tonfall: “Ich schraub nach einer heißen Nacht lieber ein paar abgefallene Metallstücke an meine Lok, als mich mit einer schlechtgelaunten Frau zu unterhalten.” Mal davon abgesehen, dass wir das alle kennen, hat er natürlich auch Recht. Schrauben im Bett kannste abklopfen, Schleim & Blut nicht.

Urplötzlich nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung, als ein mysteriöser Sexualwissenschaftler, der in seiner Position ein wenig an Ben Kenobi erinnert, auftaucht und Rene dringend rät, die gesuchte Lok zu finden. Es ginge hier um Leben und Tod - nicht, dass sie verschrottet wird! Beim puren Gedanken an eine mögliche Hinrichtung laufen Tränen aus den schief sitzenden Augenhöhlen Renes. Er muss sie finden, bevor es zu spät ist. Mit dem Song “Can’t fight this feeling anymore” läutet sich der Werbeblock ein - RTL2 versteht es, Dramatik zu schaffen. Die Coen Brothers machen halt doch noch mehr, als nur Filme.

Ich gucke meine Mutter an. Die liegt inzwischen in Embryohaltung auf der Couch und versucht verzweifelt Wasser durch eine geschlossene Flasche zu trinken. “DAS IST UNGLAUBLICH!” Ich wende kommentarlos den Kopf wieder Richtung Fernseher. Aha, also ua. der Coca Cola Konzern hat durch den Kauf einer Werbeposition dieses Highlight mit ermöglicht. Ich hebe nickend meine Cola Light Flasche und küsse in Gedanken den Programmdirektor von “Explosiv - die Reportage”

Es geht weiter. “Deutschlands schrägste Liebschaften” - und direkt eine gute Nachricht. Die Lok lebt, Rene darf sie besuchen - eine ganze Nacht lang. Na endlich. Also rein in die feinsten Fishbone- Klamotten und den Deo auf die Stirn - heut Nacht wird gefickt. Natürlich muss noch ein Geschenk her - und was schenkt man einer Lok, wenn man in sie verliebt ist? Richtig, eine Kette fürs Ohr. So hab ich meine Olle auch gekriegt. Also auf in den Schmuckladen und beraten lassen - man will ja auch alles richtig machen beim ersten Date. Die Verkäuferin zeigt sich sehr interessiert (man beachte hierbei, dass es sich zwar um eine Lok handelt, aber die Dame stark von einer echten Frau ausgeht)

- “Was soll es denn sein?”
- “Ich möchte ihr eine Kette ans Ohr hängen.”
- “Aha - wie groß ist sie denn?”
- “Naja, schon größer als ich.”
- “Statur?”
- “Wesentlich breiter als ich. Sie hat große Ohren!! Das finde ich so sexy.”
- “Aha. Hautfarbe?”
- “Schwarz.”
- “Haarfarbe?”
- “Sie hat keine Haare.”

Kurz gesagt: Biggie Smalls.

Rene löst auf. Warum die Lok verleugnen? “Es geht gar nicht um eine Frau” verrät das Riesenbaby mit schüchterndem Mädchenblick. “ACHSO! Um ein Tier?” “Nein.” “Um was dann?” “Naja… um eine Lok!” “Na sagen sie das doch. Sprechen sie mit mir! Das ist doch nichts, wofür man sich schämen muss!” Schnitt, gleiche Dame im Einzelgespräch: “HAHAHA DAS WAR DAS DÜMMSTE, WAS ICH JE GEHÖRT HABE!” Kompetenz, kompetenz. Rene verlässt den Laden mit einer riesigen Kette und betritt die Lokomotivenscheune für das Grande Finale. Das ist aber so wunderbar und berührend, dass ihr es selber erleben müsst. Ehrlich. Das war der Zeitpunkt, als ich meine Mutter in ihr Bett tragen musste. Der Zeitpunkt, an dem ich selber so nass unten rum war, dass ich die Kissen abziehen musste. Und weil manche Schönheit nicht in Worte zu fassen ist (ähnlich wie meine Freundin oder das neue Guitar Hero) will ich euch mit diesem kurzen Clip alleine lassen.

http://www.youtube.com/watch?v=KppzLafNxR8



In diesem Sinne -

Euer LOKSTAH

Sonntag, 5. Oktober 2008

Von der Kampf- zur Suchmaschine.

Sich selber googlen gehört bestimmt nicht zu den selbstlosesten Taten, geschweige denn zu den Dingen, die man lauthals seinen Freunden erzählen sollte. Sich selber googlen ist nach Aussage von Karen aus "Californication" sogar das Schlimmste und Unkoolste, was ein Künstler in Bezug auf sich selber machen kann. Aber was ist schon kool... "Schlag den Raab" gucken? Ins MTW gehen? Ein Rosenstolz Album besitzen? Na bitte. Also schnell auf die weltweit beliebteste Suchmaschine und Rockstah eingegeben. Die Ergebnisse sind verblüffend.

Zuerst einmal kommt man laut Zähler oben rechts in der Ecke auf insgesamt 20.100 Suchergebnisse. Jeder vernünftige Google-Benutzer weiß, dass das absoluter Blödsinn ist und meist ab der 15. Seite in Wiederholungen ausufert, aber vergessen wir das mal und stellen uns einfach mal die Zahl 20.100 vor, irgendwie verbildlicht. Sei es in der Form von Cheeseburgern, Eurostücken oder KIK Socken.
Ich sehe die 20.100 in Form von Leergut. allerdings nicht imaginär, sondern mit einem gezielten Blick in den Garten unserer Nachbarn. Denn da wo der normale Mensch eigentlich wetterfeste Möbel, Bäume und Pflanzen installiert, stapelt sich bei Familie K. aus R. in bester Messitradition das Leergut der letzten Jahre in riesigen Säcken auf der Terrasse. Anscheinend verfolgt man einen Plan... Rodgau seiner Dosen und Flaschen zu berauben und diese letztendlich zu Unsummen von Geld an die restliche Bevölkerung abzutreten, damit wir nicht aus der Hand trinken müssen. Und was gibt es zudem Schöneres, als aus dem Haus zu gehen und den ersten Blick auf eine Coladose der WM 2006 zu werfen? Nichts natürlich.

Nun gut. Zurück zu 20.100 - reicht so eine Zahl schon aus, um sich bei Universal vorzustellen? Die wollen doch immer alle Zahlen, wurde mir mal gesagt. Downloadzahlen, Anzahl der gespielten Gigs, gemachte Songs, Features, Lines, Releases, etc - Zahlen Zahlen Zahlen. Das bürokratische System, der in PowerPointPräsentationen niedergeschriebene Schwanzvergleich, welcher jede Plattenfirma zum zentralen Spielplatz eines Beamten macht. Wunderbar. Also Universal: am 4.Oktober 2008 wurden unter meinem Namen 20.100 Einträge bei google gefunden. Oder nee, sagen wir 40.000 - Aufrunden darf man ja... wurde mir auch mal gesagt.

Wo waren wir? Ach ja, Rockstah und Google.
Die ersten Seiten sind das Übliche: MySpace, die Homepage, MyYouFM, YouTube Videos... auf LastFM entdecke ich, dass, wenn man ROCKSTAH GERNE HÖRT auch gerne Blumio, Mäckes und Plan B, King Orgasmus, Casper, Prinz Pi, Fler, Shiml und (Achtung) Cajun hört. Achso. Ich finde das super und schliesse unter tosendem Beifall die Tab. Meine Mutter ermahnt mich von unten, dass ich das doch bitte zu lassen habe.

Dann entdecke ich das erste Highlight: Auf Lyrix.at wird eine junge Dame namens CANNII höflich aber doch bestimmend von einer anderen Dame namens MOSHKOPF ermahnt, dass sie sich im Songtext von Bushidos "Sonnenbank Flavour" vertippt habe. Es würde nicht ROCKSTAR heissen, sondern ROCKSTAH. Bushido hätte diese Zeile gegen mich geschrieben und das wäre ja eindeutig ein Diss gewesen. Das ist natürlich ein großes Kompliment. Vorallem wenn man bedenkt, dass ich zum Zeitpunkt des Releases von "Von der Skyline zum Bordstein zurück" im Jahre 06 (zeitgleiches Release mit der obengenannten Coladose) gerade mal 2 Monate gerappt habe. Aber das ist egal. Bushido disst Rockstah. Punkt. Das ist skandalös, das ist Promo, das ist HipHop. CANNII hat sich natürlich gleich mehrmals entschuldigt und den Fehler unverzüglich korrigiert - und jetzt stimmt es auch wieder "Rockstah/ Rapsoul, Raptile, Curse sind Opfer" Danke Cannii.* Ich hoffe du hast aus deinen Fehlern gelernt. Das nächste Mal gibts aber auf die Fresse.

*Cannii beschreibt sich im Übrigen als Fan der Musikrichtungen "80er, 90er, Crunk, Techno, Jumpstyle (?), Rock und Royal Bunker" und ist ein in ihren eigenen Angaben ein selbstbetiteltes "Herbstkind", dass sich mit den Adjektiven sarkastisch, vorlaut, klein und nicht getauft bezeichnet. Sie ist Single, raucht nicht und hat 1995 mal Mark Spoon live am Hessentag in Schwalmstadt gesehen (...auch wenn sie da erst 4 war.)

Ich verlasse die liebevoll gestaltete Seite von Cannii und fresse mich weiter durch die ewigen Seiten der Suchergebnisse zum Begriff "Rockstah". Ich stoße auf die Quelle des Bösen, das MZEE Forum und einem Eintrag zum Lied "Jimi Blue ist mein Ficker" - ein Gast beschwert sich lauthals darüber, dass Jimi Blue ja wohl kein Gegner und meine Straßenpräsenz in Rodgau ja dafür sehr fragwürdig sei.

Erstmal muss ich dazu sagen, dass ich ausnahmlos jeden registrierten und aktiven Nutzer bei MZEE im Kopf automatisch in eine Schublade stecke, die seinen menschlichen Wert um ein vielfaches mindert. Das passiert nicht aus Böswilligkeit, sondern einfach aus purem Reflex. Ich könnte mich täuschen, aber ich habe immer das Gefühl, dass gerade in diesem Forum nur die Menschen registriert sind, die im wahren Leben mit wenigen Talenten gesegnet sind und/ oder ordentlich eins an der Klatsche haben. Und ich halte generell eine Plattform, die im Internet existiert und sich regelmässig über den Verlust "der Realness im deutschen Rap" beklagt, für fragwürdig. Die Kombo "Nix- Talent" + "Realnessdiskussion im MZEE FORUM" (an dieser Stelle beide Begriffe laut für euch selber am Rechner vorlesen) = Nicht so krass, oder?

Zurück zum Eintrag. Jimi Blue ist kein Gegner? Jimi Blue ist der Grösste von allen! Oder wollt ihr mir erzählen, dass ein Minderjähriger, der weniger als nichts kann und trotzdem gerade von den Majors als DER SHIT in Deutschland verkauft wird, nicht gefährlich sei? Ein Käfigkampf gegen Massiv UND Brigitte Nielsen wäre mir lieber, als dieses Unheil auch nur noch einen Tag verfolgen zu müssen. Aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Außerdem (und damit beziehe ich mich auch gleichzeitig auf meine spätere Entdeckung, das legendäre KWICK Forum, in dem sich zivilisierte Katy Perry und Scooter Fans ebenfalls lautstark über die angeblich "billigen und niveaulosen DISSES von diesem Rockstah- Typi" beklagen) fühle ich mich missverstanden. Hat mir denn keiner zugehört? Ich weiß nicht, in welchem Kontext Sexualität im prüden "Die Camper" Deutschland inzwischen gesehen wird, aber wenn ich mich nicht täusche, ist der gleichgeschlechtliche Beischlaf doch kein Diss? Wenn ich mich als Verfasser dieser Nummer noch recht entsinne, wurde hier niemand gedisst, sondern einfach nur eine sexuelle Fantasie ausführlich beschrieben. Vielleicht ein bisschen versaut, aber nur der ehrliche Akt der Liebe... nur halt mit zwei Männern. Wo ist hier euer sogenannter "Diss"? Oder seid ihr etwa homophob, liebe KWICK User? "IST KWICK.DE EINE NAZIKOMMUNE?" Bildzeitung. Morgen. Ich schwörs. Das Gleiche geht natürlich auch an die Damen und Herren auf MZEE. Ihr braunen Schweine.

Nun gut. Was war aber nochmal der zweite Vorwurf des im MZEE-tätigen Freund des wohlsituierten Sprechgesangs? Achso, Straßenpräsenz in Rodgau, richtig. Jetzt ist natürlich die Frage: Wie representet man in Rodgau richtig. Geht man mit seinem eigenen Shirt auf die Straße, an irgendeinen Ort, wo sich viele Menschen rumtreiben und rappt Acapella seine Texte? Läuft man mit einem Schild auf dem steht "Ja ich bin Rockstah. Hallo!" durch die Straßen unserer 5 NewYork- artigen Stadteile und ruft zum Cyphern und gemeinsamen Realsein am Wasserturm auf? Da würde ja dann sowieso keiner kommen, weil es da "erst noch viel im Mzee Forum zu klären gäbe". Wie ist man präsent in einer Stadt, in der man Konzerte organisiert, aber kaum einer kommt, nicht mal um mir auf die Fresse zu hauen? Natürlich gar nicht. Weil hier nichts ist, wofür es sich lohnt zu representen. Weil Rodgau das trostloseste Stückchen Erde ist, wenn um das Wörtchen "Kultur" geht. Kultur ist hier Saufen mit der Fussballmannschaft und Koksen in der Klangbar. Kultur ist hier Kerb im Sommer und an Fasching in der Garde tanzen. Kultur ist hier Edeka, Schlecker und die 1873er Blaskapelle des Musikvereins Dudenhofen (e.V.) - wieso also den Versuchen starten, ein klägliches armseeligen Dorf einzunehmen, wenn man ein ganzes Land haben kann? Genau. Also schön die KFZ Lehre zu Ende machen und nicht mehr soviel beschweren. Und wenn mir doch mal einer auf die Fresse hauen möchte, so kann er mich jeden Morgen gegen 9 Uhr am jügesheimer Bahnhof Richtung Frankfurt antreffen. Sofern sich das nicht mit eurer Frühschicht auf dem Bau kreuzt.

Ich klicke mich also weiter durch die endlosen Seiten von Google und muss mit Schrecken feststellen, das nicht jedes der 20.100 Ergebnisse mir gewidmet ist.... naja dann wird aus 40 halt nur 35.000. So entdecke ich unter anderem einen Namensvetter, der sich auf der Seite seiner heimischen Fahrschule über seine 3. durchgefallene Prüfung beschwert. Bei so einem Erfolg würde ihm der Titel Pat Cash wohl besser stehen. Aber nun gut, soll er sich wie ich nennen. Sich kurz im Ruhm seiner Idole sonnen hat noch keinem geschadet. Außer Ekavelli vielleicht.

Weiter. Zwischen Seitenlangen Hasstriaden des Jimi Blue Ochsenknecht Forums, dem Profil eines weiteren Namenvetters auf free-sms.de (welcher eindeutig älter, dafür aber auch deutlich kleiner als ich zu sein scheint) und einem sympathischen Zerrisses des Glamrockrapper Mixtapes auf hiphop.de von einem Kerl namens Hurensohn (oder so) entdecke ich auf einmal, dass ich in knapp 300 Tagen auf dem OPTIMIX Festival in Berlin spiele. Echt? Kool. Und das auch noch gemeinsam mit Kollegah. Na das ist ja sogar mal eine gute Nachricht. Ich freue mich kurz und verlasse die Seite des Ticketvorverkaufshops wieder.

Auf der 20. Seite holt mich dann langsam die Ernüchterung ein und ich merke, dass ich wohl nicht der einzigste Mensch war, der sich den Titel ROCKSTAH zu eigen gemacht hat. Profile von japanischen Rockfans, ein Ergebnis beim Adult Finder, netlog profile und, ja, sogar ein Eintrag auf der Seite für die Rechte die Homosexuellen. Hier hätte man meine Hymne an den jungen Ochsenknecht mit Sicherheit Anklang gefunden.

Auf der 53. Seite endet es dann... die 530 schon angezeigten Ergebnisse sein den folgenden ja schon sehr ähnlich. Kann das sein? Kann eine interessante Figur wie ich überhaupt langweilig werden? Anscheinend schon. Und so drehen sich auch die Diskussionen, ob das was ich mache jetzt gut oder schlecht sei, warum man nem Arschloch wie mir bei einer schlechten Nummer wie "Jimi Blue ist mein Ficker" denn überhaupt Aufmerksamkeit schenken würde und wieso ich eigentlich so ein Problem mit Casper und Pat Cash habe, ewig im Kreis. Damit ihr aber über neue Themen diskutieren könnt, versuche ich euch die Fragen endlich mal abzunehmen.
a) natürlich total gut.
b) weil ihr sowas braucht.
c) Casper find ich inzwischen wieder super, Pat Cash is und bleibt en Nixkönner.

So, ich hoffe ich konnte helfen. Und jetzt googlet mal euch, am Besten mit dem Wort FORUMOPFER.

Sonntag, 28. September 2008

Metro, koks dein Ed Hardy Shirt.

Rockstah aka Blogstizzey wirft ein lustiges "Hallo" in die Runde!

Mir wurde vor kurzem mitgeteilt, Blogs seien angesagt. So wie bunte Brillen. Oder Ed Hardy. Oder Kokain. Oder solche "an den Seiten alles wegmach" Frisuren. Ja, so angesagt sind Blogs.

Ich muß gestehen: Ed Hardy ist schon so vielleicht das hässlichste Stück Kleidung, was der Mensch momentan tragen kann. Jede KIK Filiale versetzt mich in größeres Staunen als die mit Strasssteinen verzierten Shirtmuster, welche von den Oberarmen alter Seemänner abgepaust wurden und trotzdem günstige 80 Euro kosten. Ich hab schon Paul Frank nicht verstanden, aber da war es wenigstens ein Affe. Affen sind kool. Tiger, welchen ein Skorpion durch die Augenlieder kriecht, der einen glänzenden Stachel hat, sind nicht kool. Auch nicht, wenn es Madonna sich auf die Titten nähen lässt.
Ähnlich sieht auch meine Ansicht in Bezug auf Kokain aus. Erstmal ist Kokain, so wie ich mitbekommen habe, für den durchschnittlichen Deutschen mit 60 Euro pro Gramm ein deutlich zu teurer Spaß. Da muß man schon reiche Mamis und Papis haben, die es nicht merken, wenn von 1000 Euro Taschengeld die Woche die Hälfte in ein zwielichtiges Viertel getragen wird, man mit aufgebissenen Mundwinkeln nach Hause zurückkommt und 3 Tage am Stück nichts isst. Also greifen die Kids auf das Möchtegern-Kokain Pepp zurück. Das ist ein bisschen wie Fritz Cola trinken, nur halt in kool, weil man es sich durch Nase jagen muss. Das kann man mit Fritz Cola auch gar nicht machen, weil man sonst kotzen muss. Aber was wie Koks aussieht, wird auch stolz als Koks bezeichnet und so konsumiert sich gerade eine ganze Generation, die vor 2 Jahren noch Bisasam gegen Glumanda auf dem Schulhof getauscht hat, feuchtfröhlich die Nasenschleimhäute weg. Koks ist das neue Weed. Selbst Prinz Pi, der vor noch auf den letzten Releases davon schwärmte wie jungfräulich seine Nase doch geblieben sei, redet in seiner neuen Single davon, dass er die 3 weiße Lines weghaut. Wow. Sowie der Hund macht. Ich bleibe natürlich Fan, aber wenn das nicht ernst gemeint war, war es zumindest schlecht verpackt. Das zeigt aber auch die Tendenz wie erschreckend normal das geworden ist. Ich hab im Übrigen nur mal Zucker geschnieft mit 12. Das wars aber auch schon.

Das an den Seiten wegrasierte Frisuren natürlich MEGAUNKOOL sind, zeigen nicht unbedingt die aktuellen Bestsellerlisten, aber sowas muss man einfach dennoch erkennen. Instinktiv. Genauso wie man erkennen muss, wie unglaublich schlecht Sido bei Popstars gekleidet ist oder das die Keinohrhasen- DVD endlich mal auf den Index gehört.

Und, ja, auch die bunten Brillen sind out. Die fand ich zwar weniger schlimm, doch auch da hat Generation NEW RAVE (die auch ihren endgültigen Hang zur Peinlichkeit mit dem Wilson Gonzales Video "New York City" erreicht hat) in kurzer Zeit alles kaputt- sonnenbrillisiert. Täusch ich mich oder sind Trends noch kurzlebiger geworden als früher? Ich glaube diese Adidas- Aufknöpfhosen als ich 13 war, die haben sogar 3 Jahre überlebt (bei manchen gesitteten Hartz 4 Familien sogar bis heute noch ein sehr beliebtes Kleidungsstück) Emo schaffte es gute zwei, New Rave wird nach einem schon langweilig. Schwache Leistung, ihr Partybanausen.


Auch wenn ich kein Freund der obengenannten Trends bin, muß ich leider doch gestehen, dass ich son Blog schon ganz töfte finde. Und in meiner Position als gefestigter Internetrapper ist sowas auch schon fast Pflicht. Pflicht, weil ich nicht nur begnadeter Rapkünstler, sondern auch Schreiberling bin und es Verschwendung wäre, euch nicht noch auf diesem Weg in kurzen Etappen immer wieder zu amüsieren. Ausserdem kann ich euch so auf charmante Art und Weise im eigenen Interesse informieren und aufklären, wie meine musikalische Laufbahn weiterläuft und parallel von Stunde Null an bei der Entstehung des Albums "NERDREVOLUTION", was für das Frühjahr 09 vorgesehen ist, teilhaben lassen. Gute Gründe also, aus Rockstah zusätzlich einen Blogstah zu machen. Wie oft ich es schaffe, euch mit diesem Stück Schrift zu beglücken, kann ich noch nicht genau sagen... aber einmal die Woche wird das schon. Nicht weil es muß, sondern einfach weil ich Bock habe. Ok? Dealio. Ich guck jetzt Youporn und spiel danach Unreal auf der 360 gegen andere Nerds. BOW BOW BOW!